Welches Messer braucht man beim BBQ?

Welches Messer braucht man beim BBQ?

Beim BBQ wird bei Messern gern so getan, als müsste man erst 300 Euro auf den Tisch legen, bevor man eine Zwiebel schneiden darf.

Muss man nicht.

Ein gutes Messer soll scharf sein, ordentlich in der Hand liegen und zuverlässig funktionieren.

Mehr erstmal nicht.

Natürlich gibt es wunderschöne Messer. Damast. Handgeschmiedet. Edle Hölzer. Sonderstähle. Alles geil.

Aber wenn dein 50-Euro-Messer sauber schneidet und du es vernünftig pflegst, ist das am Grill oft mehr wert als ein Kunstwerk, das stumpf in der Schublade liegt.

Wie viele Messer braucht man wirklich?

Weniger als viele denken.

Für den größten Teil beim BBQ reichen meiner Meinung nach drei bis vier Messer völlig aus:

Ein gutes Kochmesser.

Ein kleines Ausbein- oder Universalmesser.

Ein langes Tranchiermesser.

Und ein Brotmesser.

Damit bekommst du praktisch alles erledigt.

Fleisch parieren.

Gemüse schneiden.

Brisket aufschneiden.

Ribs portionieren.

Burger vorbereiten.

Brot schneiden.

Mehr Spezialwerkzeug kann Spaß machen.

Brauchen musst du es nicht.

Das Kochmesser

Wenn ich nur ein Messer besitzen dürfte, wäre es ein ordentliches Kochmesser.

Damit machst du:

Zwiebeln.

Knoblauch.

Gemüse.

Kräuter.

Fleischstücke.

Beilagen.

Eigentlich fast alles.

Ob klassisches Kochmesser oder Santoku ist für mich eher Geschmackssache.

Wichtiger ist:

Es liegt dir gut in der Hand.

Es ist scharf.

Und du hast keine Angst, es auch wirklich zu benutzen.

Ein Messer, das so teuer ist, dass man sich nicht traut, es auf dem Schneidebrett zu benutzen, hat seinen Zweck irgendwie verfehlt.

Braucht man ein Ausbeinmesser?

Brauchen?

Nicht zwingend.

Praktisch?

Absolut.

Ein schmales, leicht flexibles Ausbeinmesser ist super, wenn du Fett, Silberhaut oder Sehnen sauber entfernen willst.

Gerade bei größeren Fleischstücken macht das Arbeiten damit deutlich mehr Spaß.

Zum Beispiel bei:

Brisket.

Schweinenacken.

Rinderbrust.

Lamm.

Geflügel.

Hier zählt Kontrolle.

Nicht Show.

Warum ein langes Tranchiermesser sinnvoll ist

Spätestens wenn du ein Brisket oder einen größeren Braten aufschneiden willst, merkst du den Unterschied.

Mit einem kurzen Kochmesser sägst du dich irgendwann durch das Fleisch.

Ein langes, scharfes Tranchiermesser zieht dagegen möglichst sauber in einem Schnitt durch.

Das sieht besser aus.

Die Scheiben werden gleichmäßiger.

Und du zerdrückst das Fleisch weniger.

Gerade bei saftigem BBQ macht das einen echten Unterschied.

Braucht man ein Brotmesser beim BBQ?

Ja.

Ganz klar.

Burger Buns.

Baguette.

Ciabatta.

Fladenbrot.

Ein gutes Brotmesser ist eines dieser Werkzeuge, die man erst vermisst, wenn man versucht, knuspriges Brot mit einem glatten Messer auseinanderzuquetschen.

Muss nicht teuer sein.

Muss nur schneiden.

Ist Damast wirklich besser?

Nicht automatisch.

Damast kann wunderschön aussehen.

Und hochwertige Damastmesser können selbstverständlich sehr gute Messer sein.

Aber die Optik allein macht das Messer nicht besser.

Entscheidend sind:

Stahlqualität.

Wärmebehandlung.

Schliff.

Geometrie der Klinge.

Verarbeitung.

Und Pflege.

Ein ordentlich verarbeitetes Messer aus einfachem Stahl kann problemlos besser schneiden als ein billiges Damastmesser mit hübschem Muster.

Darum würde ich nie ein Messer nur wegen der Optik kaufen.

Außer ich will genau das.

Dann ist es eben Kunst für die Küche.

Auch völlig legitim.

Wie viel sollte ein gutes BBQ-Messer kosten?

Du musst keine Unsummen ausgeben.

Schon im Bereich von ungefähr:

40 bis 80 Euro

bekommst du sehr brauchbare Messer.

Mehr Geld kann bessere Verarbeitung, hochwertigere Materialien oder einfach mehr Freude am Produkt bringen.

Aber irgendwo kommt der Punkt, an dem du nicht mehr doppelt so gut schneidest, nur weil das Messer doppelt so teuer ist.

Wie bei Grills.

Oder Autos.

Oder praktisch allem anderen.

Was ist wichtiger als der Preis?

Schärfe.

Ganz klar.

Ein günstiges scharfes Messer ist angenehmer und sicherer als ein teures stumpfes Messer.

Mit einem stumpfen Messer musst du mehr Druck ausüben.

Dann rutscht es.

Und genau dann wird es unangenehm.

Ein scharfes Messer arbeitet dagegen kontrollierter.

Deshalb lieber ein vernünftiges Messer kaufen und lernen, wie man es scharf hält.

Wie hält man Messer scharf?

Du brauchst dafür keine komplette Schleifwerkstatt.

Ein guter Wetzstahl oder Keramikstab reicht für die regelmäßige Pflege oft schon aus.

Wenn die Schneide wirklich stumpf geworden ist, sollte sie geschliffen werden.

Das kannst du mit Schleifsteinen selbst lernen.

Oder du gibst das Messer gelegentlich zu jemandem, der es professionell macht.

Beides funktioniert.

Wichtig ist nur:

Nicht warten, bis du mit dem Messer eher drücken als schneiden musst.

Was gehört nicht in die Spülmaschine?

Dein gutes Messer.

Punkt.

Hitze.

Reinigungsmittel.

Feuchtigkeit.

Kontakt mit anderem Besteck.

Das alles tut einer Klinge und einem vernünftigen Griff langfristig keinen Gefallen.

Kurz mit der Hand abwaschen.

Abtrocknen.

Fertig.

Dauert keine Minute.

Welches Schneidebrett sollte man verwenden?

Holz oder vernünftiger Kunststoff funktionieren beide.

Was ich vermeiden würde:

Glas.

Stein.

Keramik.

Sieht vielleicht schick aus.

Ist aber für eine scharfe Schneide ungefähr so angenehm wie Asphalt.

Wenn dir dein Messer etwas bedeutet, gib ihm einen Untergrund, der ein bisschen nachgibt.

Braucht man ein Messer nur fürs Fleisch?

Nein.

Ein gutes BBQ-Messer darf auch eine Paprika schneiden.

Ich finde diese extreme Spezialisierung manchmal etwas albern.

Natürlich gibt es Werkzeuge, die bestimmte Aufgaben besser können.

Aber du brauchst nicht für jeden Arbeitsschritt ein eigenes Messer.

Wenn ein gutes Kochmesser 80 Prozent deiner Aufgaben erledigt, ist das vollkommen in Ordnung.

Meine einfache BBQ-Messer-Ausstattung

Wenn du bei null anfängst, würde ich es so halten:

1 gutes Kochmesser

1 kleines Ausbein- oder Universalmesser

1 langes Tranchiermesser

1 Brotmesser

Dazu ein vernünftiges Schneidebrett und etwas zum Schärfen.

Mehr brauchst du nicht, um verdammt viel gutes BBQ zu machen.

Mein Fazit

Gute Messer machen Spaß.

Und gutes Werkzeug darf auch etwas kosten.

Aber niemand braucht ein handgeschmiedetes Damastmesser, um eine Zwiebel sauber zu schneiden.

Kauf ein Messer, das gut in deiner Hand liegt.

Halte es scharf.

Pflege es vernünftig.

Und benutze es.

Das ist mir tausendmal lieber als teures Equipment, das nur herumsteht.

Qualität ist gut.

Einfach und funktional aber eben auch.

Make it better, not different.

Be the coach!

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