Wie viel BBQ Rub pro kg Fleisch?

Wie viel Rub pro kg Fleisch?

Mehr Rub bedeutet nicht automatisch mehr Geschmack.

Eigentlich eher im Gegenteil.

Wer ein gutes Stück Fleisch so dick mit Gewürz zuschüttet, dass man am Ende kaum noch erkennt, was darunter liegt, hat aus meiner Sicht den Sinn eines Rubs verfehlt.

Ein Rub soll unterstützen.

Nicht erschlagen.

Als grobe Orientierung kannst du bei vielen Fleischsorten mit etwa

20 bis 25 Gramm Rub pro Kilogramm Fleisch

arbeiten.

Das ist ein guter Ausgangspunkt.

Aber eben kein Gesetz.

Wie viel Rub braucht Schweinefleisch?

Schweinefleisch verträgt meistens etwas mehr Würze.

Bei Schweinenacken, Pulled Pork oder Rippchen darf die Gewürzschicht ruhig ordentlich sichtbar sein.

Als Richtwert:

20 bis 25 g Rub pro kg Fleisch

Bei einem großen Schweinenacken für Pulled Pork kannst du je nach Mischung auch etwas darüber liegen.

Wichtig ist eher, dass die Oberfläche gleichmäßig bedeckt ist.

Nicht fünf Millimeter dick.

Ein guter Rub soll später zusammen mit Rauch, Fett und Hitze eine kräftige Bark bilden.

Genau da darf es ruhig rustikal werden.

Wie viel Rub braucht Hähnchen?

Bei Hähnchen würde ich etwas vorsichtiger arbeiten.

Gerade Hähnchenbrust ist geschmacklich deutlich feiner als ein Schweinenacken.

Hier reichen häufig:

15 bis 20 g Rub pro kg

Bei Wings oder Keulen kannst du etwas kräftiger würzen.

Die haben mehr Haut, Fett und Röstaromen und vertragen deshalb auch mehr Würze.

Bei einer dünnen Hähnchenbrust bringt dir eine massive Gewürzschicht dagegen nichts.

Außer vielleicht Durst.

Wie viel Rub braucht Rindfleisch?

Bei Rind bin ich deutlich zurückhaltender.

Wenn ich ein gutes Steak grille, will ich Rind schmecken.

Nicht Paprikapulver.

Nicht Knoblauch.

Und auch nicht die halbe Gewürzdose.

Bei Steak reichen oft:

5 bis 10 g Rub pro kg Fleisch

Manchmal sogar weniger.

Je hochwertiger und aromatischer das Fleisch ist, desto weniger muss man daran herumdoktern.

Bei größeren BBQ-Cuts wie Beef Ribs oder Brisket sieht es anders aus.

Da kann eine kräftigere Gewürzschicht sinnvoll sein, weil die Oberfläche im Verhältnis zur Fleischmenge deutlich kleiner ist und das Fleisch lange gegart wird.

Hier kannst du wieder eher Richtung

15 bis 20 g pro kg

gehen.

Braucht Gemüse genauso viel Rub?

Nein.

Und hier würde ich sowieso nicht mit der Küchenwaage danebenstehen.

Bei Kartoffeln, Gemüse oder Pilzen funktioniert für mich:

Etwas Öl.

Rub dazu.

Durchmischen.

Anschauen.

Probieren.

Fertig.

Gerade bei Gemüse verteilt sich Gewürz durch Öl sehr schnell und gleichmäßig.

Da braucht man oft deutlich weniger, als man denkt.

Wenn jede Kartoffel komplett rot ist, war es vielleicht ein bisschen viel.

Macht Salz im Rub einen Unterschied?

Ja.

Und zwar einen ziemlich großen.

Ein Rub mit viel Salz sollte sparsamer verwendet werden als eine Mischung, die hauptsächlich aus Gewürzen besteht.

Deshalb sind Angaben wie

„25 Gramm Rub pro Kilogramm“

immer nur Richtwerte.

Wenn zwei Mischungen völlig unterschiedlich aufgebaut sind, kannst du nicht automatisch dieselbe Menge verwenden.

Das ist auch der Grund, warum ich einen neuen Rub immer erst vorsichtig teste.

Nachwürzen kannst du später.

Runterkratzen wird schwieriger.

Muss das Fleisch komplett bedeckt sein?

Es sollte gleichmäßig gewürzt sein.

Das bedeutet aber nicht, dass du das Fleisch unter einer geschlossenen Gewürzpanzerung verstecken musst.

Bei Pulled Pork darf die Oberfläche deutlich bedeckt sein.

Bei Steak darfst du das Fleisch problemlos noch sehen.

Das Auge ist da tatsächlich ein ziemlich gutes Werkzeug.

Du brauchst keine Wissenschaft daraus machen.

Wie trägt man Rub richtig auf?

Am einfachsten:

Fleisch trocken tupfen.

Rub gleichmäßig verteilen.

Leicht andrücken.

Fertig.

Du musst die Gewürze nicht wie verrückt ins Fleisch einmassieren.

Der Name „Rub“ verleitet zwar dazu.

Aber du willst nicht deine Schweineschulter therapeutisch behandeln.

Leicht andrücken reicht völlig.

Braucht man einen Binder?

Nicht zwingend.

Wenn der Rub auf dem Fleisch hält, brauchst du nichts weiter.

Bei großen Fleischstücken kann eine dünne Schicht Senf helfen.

Bei Gemüse funktioniert etwas Öl hervorragend.

Es gibt aber keinen Grund, aus einem Binder eine Religion zu machen.

Hält der Rub?

Dann funktioniert es.

Wie lange sollte Rub einziehen?

Bei den meisten Anwendungen reichen

30 bis 60 Minuten.

Bei großen Fleischstücken kannst du auch mehrere Stunden oder über Nacht würzen.

Ein Schweinenacken für Pulled Pork kann problemlos am Vorabend vorbereitet werden.

Bei Steak sehe ich dafür keinen großen Vorteil.

Da darf es ruhig einfacher bleiben.

Die einfache Faustregel

Wenn du gar keine Ahnung hast, wie viel du nehmen sollst:

Starte mit 20 g Rub pro kg Fleisch.

Dann passt du beim nächsten Mal an.

Mehr bei kräftigem Schweinefleisch.

Weniger bei Steak.

Und bei Gemüse nach Gefühl.

Kochen und Grillen funktioniert erstaunlich gut, wenn man zwischendurch einfach hinschaut.

Mein Fazit

Die perfekte Grammzahl für BBQ Rub gibt es nicht.

Aber es gibt einen vernünftigen Ausgangspunkt.

Für viele Fleischsorten sind

20 bis 25 Gramm Rub pro Kilogramm

eine gute Orientierung.

Bei Hähnchen etwas weniger.

Bei Steak deutlich weniger.

Und vor allem:

Nicht versuchen, schlechtes Fleisch mit einer halben Dose Gewürz zu retten.

Gutes Ausgangsmaterial.

Ordentlich würzen.

Sauber garen.

Mehr braucht es meistens nicht.

Make it better, not different.

Be the coach!

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