Braucht man einen Oberhitzegrill?

Braucht man einen Oberhitzegrill?

Ein Oberhitzegrill ist eines dieser Geräte, bei denen man sich ziemlich schnell fragt:

Brauche ich das wirklich?

Und die Antwort lautet:

Nein.

Natürlich nicht.

Aber wenn du gerne Steak machst, kann so ein Ding verdammt viel Spaß machen.

Denn ein Oberhitzegrill hat eigentlich nur eine Aufgabe:

Sehr viel Hitze. Sehr schnell. Von oben.

Und genau darin ist er richtig gut.

Was ist ein Oberhitzegrill?

Beim klassischen Oberhitzegrill sitzt die Hitzequelle über dem Grillgut.

Das Steak liegt darunter auf einem Rost.

Je nach Gerät entstehen dabei Temperaturen von mehreren hundert Grad.

Teilweise werden Bereiche um:

800 °C

oder sogar darüber beworben.

Das klingt beeindruckend.

Und ja:

Das ist heiß.

Sehr heiß.

Braucht ein Steak 800 °C?

Nein.

Ein Steak wacht nicht morgens auf und denkt:

Heute brauche ich exakt 800 Grad.

Für eine gute Kruste brauchst du:

hohe Oberflächentemperatur

eine trockene Oberfläche

und genügend Energie.

Das geht auch mit:

Holzkohle

Gusseisen

Plancha

Kamado

Gasgrill

oder anderen Hochtemperaturzonen.

800 °C sind also kein Muss.

Sie sind einfach eine Möglichkeit.

Was ist der Vorteil von Oberhitze?

Der größte Vorteil:

Die Oberfläche bekommt extrem schnell Farbe.

Das Steak wird von oben mit sehr intensiver Strahlungswärme getroffen.

Dadurch kannst du:

Kruste erzeugen

Röstaromen aufbauen

und die äußere Schicht sehr schnell bräunen.

Das Innere bekommt dabei vergleichsweise wenig Zeit, weiterzugaren.

Und genau das ist interessant.

Warum ist das bei Steak praktisch?

Stell dir ein dickes Steak vor.

Innen ist es bereits fast auf deiner gewünschten Kerntemperatur.

Außen fehlt aber noch Kruste.

Jetzt willst du:

viel Hitze

aber nur sehr kurz.

Genau hier spielt der Oberhitzegrill seine Stärke aus.

Ein paar Sekunden.

Wenden.

Nochmal Hitze.

Fertig.

Perfekt für Reverse Sear

Für mich ist das wahrscheinlich der sinnvollste Einsatz.

Beim Reverse Sear garst du dein Steak zunächst langsam.

Zum Beispiel indirekt bei niedriger Temperatur.

Dann liegt die Kerntemperatur vielleicht irgendwo um:

46 bis 50 °C.

Je nachdem, welchen Gargrad du später möchtest.

Danach:

Oberhitze.

Vollgas.

Kruste drauf.

Das funktioniert richtig gut.

Geht das nicht auch über Holzkohle?

Natürlich.

Und zwar hervorragend.

Eine konzentrierte Zone mit guter Stückholzkohle kann extrem heiß werden.

Steak kurz direkt angrillen.

Fertig.

Der Unterschied:

Beim Oberhitzegrill kommt die Hitze sehr konzentriert von oben.

Dadurch tropft Fett nicht direkt in die Hitzequelle.

Das kann angenehm sein.

Geht das mit einer Gusspfanne?

Auch.

Eine richtig heiße Gusspfanne erzeugt durch den direkten Kontakt eine fantastische Kruste.

Für eine möglichst gleichmäßige, flächige Bräunung finde ich Gusseisen sogar extrem stark.

Oberhitze und Gusseisen erzeugen einfach unterschiedliche Arten von Hitze.

Gusseisen:

Kontaktwärme.

Oberhitzegrill:

Strahlungswärme.

Beides funktioniert.

Was ist besser für die Kruste?

Das hängt davon ab, was du willst.

Mit einer Plancha oder Gusspfanne bekommst du sehr gleichmäßigen Kontakt über die gesamte Oberfläche.

Beim Oberhitzegrill bist du stärker von:

Abstand

Position

Form des Steaks

und Strahlungszone

abhängig.

Dafür ist die Hitze brutal schnell.

Ich würde deshalb nicht sagen:

Oberhitze ist besser.

Sondern:

Oberhitze ist ein verdammt gutes Spezialwerkzeug.

Warum kommt die Hitze von oben?

Das ist ziemlich clever.

Fett tropft nach unten.

Nicht direkt in die Brennerfläche.

Bei einem klassischen Holzkohlegrill kann Fett auf die Glut tropfen und Flammen erzeugen.

Beim Oberhitzegrill liegt die Hitzequelle darüber.

Dadurch kannst du sehr starke Strahlungswärme erzeugen, ohne dass das Steak permanent im Flammeninferno liegt.

Ist Fettbrand damit ausgeschlossen?

Nein.

Natürlich nicht.

Fett kann:

auf heißen Flächen landen

aufflammen

oder Rauch erzeugen.

Unter vielen Geräten steht deshalb eine Auffangschale.

Die solltest du auch benutzen.

Ein Oberhitzegrill arbeitet mit sehr hohen Temperaturen.

Ein bisschen Aufmerksamkeit gehört dazu.

Wie weit kommt das Steak an den Brenner?

Viele Geräte haben verschiedene Einschubhöhen.

Je näher am Brenner:

desto brutaler die Hitze.

Deshalb:

Nicht einfach Steak auf die höchste Stufe knallen und drei Minuten verschwinden.

Bei diesen Temperaturen können Sekunden einen Unterschied machen.

Wie lange braucht ein Steak?

Das hängt von:

Temperatur

Abstand

Steakdicke

Oberflächenfeuchtigkeit

und gewünschter Kruste

ab.

Bei voller Leistung reden wir häufig nicht über Minuten pro Seite.

Sondern eher über sehr kurze Intervalle.

Deshalb:

Hinschauen.

Nicht nach Stoppuhr grillen.

Muss das Steak vorher trocken sein?

Ja.

Sehr wichtig.

Eine nasse Oberfläche muss zunächst Wasser verdampfen.

Das kostet Energie.

Und verhindert eine schnelle Bräunung.

Deshalb:

Steak trocken tupfen.

Bei Bedarf vorher dry brinen.

Dann wird die Oberfläche deutlich dankbarer.

Was ist Dry Brining?

Salz aufs Fleisch.

Dann offen im Kühlschrank lagern.

Das Salz würzt das Steak.

Und die Kühlschrankluft hilft dabei, die Oberfläche trockener zu machen.

Trockenere Oberfläche.

Schnellere Kruste.

Sehr praktisch für Oberhitze.

Welches Steak eignet sich?

Dicke Steaks.

Ganz klar.

Zum Beispiel:

Ribeye

Entrecôte

Striploin

Porterhouse

T-Bone

Filet

oder andere dick geschnittene Cuts.

Bei einem sehr dünnen Steak musst du extrem aufpassen.

Außen Kruste.

Innen plötzlich komplett durch.

Das geht bei dieser Hitze schnell.

Sind dünne Steaks ungeeignet?

Nicht komplett.

Du kannst sie sehr kurz grillen.

Aber der Spielraum ist kleiner.

Je dicker das Steak, desto besser kannst du:

Kerntemperatur

und

Kruste

getrennt kontrollieren.

Genau deshalb funktionieren dicke Steaks mit Reverse Sear so gut.

Kann man Burger im Oberhitzegrill machen?

Ja.

Aber dafür würde ich mir persönlich keinen kaufen.

Burger funktionieren auf:

Plancha

Gussplatte

Gasgrill

Holzkohle

einfach hervorragend.

Ein Oberhitzegrill kann Patties natürlich bräunen.

Seine Stärke liegt für mich aber ganz klar bei Steak und Finish.

Was ist mit Burger-Käse?

Jetzt wird er wieder interessant.

Patty fertig.

Käse drauf.

Kurz unter starke Oberhitze.

Schmelzen.

Farbe.

Fertig.

Dafür funktioniert das Ding richtig gut.

Kann man damit gratinieren?

Ja.

Und das ist einer der unterschätzten Einsätze.

Mac & Cheese.

Aufläufe.

Kartoffeln.

Gemüse.

Käse.

Alles, was oben schnell Farbe bekommen soll, kann profitieren.

Im Grunde hast du einen extrem leistungsfähigen Salamander für draußen.

Mac & Cheese unter Oberhitze?

Absolut.

Mac & Cheese im Dutch Oven oder einer Gusspfanne fertig garen.

Käse oben drauf.

Dann kurz Oberhitze.

Kruste.

Fertig.

Dafür brauchst du keine 800 °C.

Aber die starke Oberhitze ist schon ziemlich geil.

Gemüse?

Auch.

Paprika kannst du beispielsweise sehr schnell rösten.

Aubergine.

Zucchini.

Tomaten.

Mais.

Aber auch hier:

Sekunden und Abstand im Auge behalten.

Gemüse enthält Zucker.

Und Zucker kann bei diesen Temperaturen sehr schnell dunkel werden.

Fisch?

Kann funktionieren.

Besonders für ein kurzes Finish.

Zum Beispiel bei:

Lachs

oder anderen festeren Fischstücken.

Aber Fisch ist empfindlicher.

Da würde ich definitiv mehr Abstand und weniger Zeit verwenden.

Pizza?

Nur bedingt.

Für Pizza brauchst du nicht nur brutale Oberhitze.

Du brauchst auch eine vernünftige Unterhitze.

Ein Oberhitzegrill allein ist deshalb nicht automatisch ein guter Pizzaofen.

Je nach Gerät und Zubehör kann man damit arbeiten.

Aber wenn Pizza dein Hauptziel ist, würde ich eher ein dafür gebautes System nehmen.

Kann man damit Würstchen grillen?

Ja.

Du kannst auch mit einem Sportwagen Brötchen holen.

Geht.

Aber dafür wurde er vermutlich nicht gekauft.

Gas oder elektrisch?

Es gibt beide Varianten.

Gas

Sehr hohe Leistung.

Schnell heiß.

Klassisch für viele Oberhitzegrills.

Elektrisch

Einfacher Anschluss.

Keine Gasflasche.

Je nach Gerät ebenfalls ordentlich Leistung.

Welche Variante besser passt, hängt vom Einsatzort und Gerät ab.

Was ist mit Infrarotbrennern am Gasgrill?

Viele moderne Gasgrills haben bereits:

Sizzle Zone

Infrarot-Seitenbrenner

Hochtemperaturzone

oder ähnliche Systeme.

Und dann wird die Frage interessant:

Brauche ich zusätzlich überhaupt noch einen Oberhitzegrill?

Oft:

Nein.

Wenn dein vorhandener Grill bereits eine starke Infrarotzone hat, deckst du einen großen Teil des Einsatzes schon ab.

Sizzle Zone oder Oberhitzegrill?

Eine Sizzle Zone liefert ebenfalls starke Infrarothitze.

Aber typischerweise von unten.

Das bedeutet:

Fett kann auf den Brenner beziehungsweise die Abdeckung tropfen.

Beim Oberhitzegrill kommt die Energie von oben.

Geschmacklich können beide hervorragende Ergebnisse liefern.

Ich würde die Entscheidung eher nach:

vorhandenem Equipment

Platz

und Arbeitsweise

treffen.

Oberhitze oder Plancha?

Für mich zwei komplett unterschiedliche Werkzeuge.

Plancha:

Burger

Gemüse

Zwiebeln

Frühstück

Steaks

große Mengen.

Oberhitze:

Steak-Finish

Gratinieren

schnelle extreme Kruste.

Wenn ich nur eines kaufen dürfte:

Plancha.

Einfach weil sie viel breiter einsetzbar ist.

Oberhitze oder Gusspfanne?

Ähnlich.

Eine Gusspfanne kostet wenig.

Kann:

Steak

Burger

Gemüse

Saucen

Beilagen

und noch sehr viel mehr.

Der Oberhitzegrill ist stärker spezialisiert.

Wenn du noch keine ordentliche Gusspfanne hast:

Würde ich zuerst die kaufen.

Oberhitze oder Kamado?

Ein Kamado kann ebenfalls sehr hohe Temperaturen erreichen.

Aber du musst ihn dafür:

aufheizen

einregeln

und danach wieder herunterfahren beziehungsweise auskühlen lassen.

Ein Oberhitzegrill ist als Steak-Finisher deutlich schneller.

An.

Heiß.

Steak.

Aus.

Das ist sein Komfortvorteil.

Wie schnell ist ein Oberhitzegrill heiß?

Viele Geräte sind innerhalb weniger Minuten einsatzbereit.

Und genau das macht sie praktisch.

Du musst nicht erst einen kompletten Grill auf maximale Temperatur bringen, nur um zwei Steaks am Ende 60 Sekunden Kruste zu geben.

Ist 800 °C nur Marketing?

Teilweise wird natürlich gerne mit der maximalen Brennertemperatur geworben.

Eine große Zahl verkauft sich gut.

Wichtiger als die Zahl ist:

Wie gleichmäßig ist die Hitze?

Wie groß ist die effektive Hochtemperaturzone?

Wie gut lässt sich der Abstand einstellen?

Wie sauber lässt sich das Gerät bedienen?

800 °C auf dem Karton machen noch keine perfekte Kruste.

Was sollte ein guter Oberhitzegrill können?

Für mich:

stabile Konstruktion

saubere Höhenverstellung

vernünftige Grillfläche

gute Fettauffanglösung

einfach zu reinigende Teile

ausreichend Leistung

und eine sinnvolle Hitzeverteilung.

Ich würde lieber ein solides Gerät mit guter Nutzbarkeit nehmen als irgendein Monster mit maximaler Temperaturzahl.

Wie wichtig ist die Reinigung?

Sehr.

Steak bedeutet:

Fett.

Fleischsaft.

Spritzer.

Und bei diesen Temperaturen brennt einiges schnell fest.

Deshalb sind herausnehmbare:

Roste

Schalen

und Einsätze

sehr praktisch.

Wenn du nach jedem Steak eine halbe Stunde das Gerät zerlegen musst, sinkt die Begeisterung ziemlich schnell.

Braucht man einen teuren Oberhitzegrill?

Nein.

Das technische Prinzip ist relativ simpel.

Du brauchst:

einen leistungsfähigen Brenner

einen sicheren Aufbau

einen Grillrost

und Höhenverstellung.

Teure Geräte können:

besser verarbeitet

größer

robuster

oder komfortabler

sein.

Aber auch günstigere Modelle können ihren Job gut machen.

Was ist wichtiger als der Oberhitzegrill?

Das Steak.

Ganz klar.

Wenn dein Fleisch:

zu dünn

zu nass

schlecht geschnitten

oder bereits komplett übergart

ist,

rettet dich auch 800-Grad-Oberhitze nicht.

Werkzeug kann ein gutes Ausgangsprodukt verbessern.

Nicht zaubern.

Braucht ein Anfänger so ein Gerät?

Nein.

Ich würde erstmal lernen:

Kerntemperatur.

Direktes Grillen.

Indirektes Grillen.

Zwei-Zonen-Methode.

Gusseisen.

Steakkruste.

Dann kannst du immer noch entscheiden, ob dir ein Oberhitzegrill Spaß macht.

Wer profitiert wirklich davon?

Jemand, der:

häufig Steak macht

gerne Reverse Sear nutzt

sehr starke Kruste möchte

bereits einen normalen Grill besitzt

und ein separates Finish-Gerät praktisch findet.

Dann macht das Ding Sinn.

Wer braucht ihn eher nicht?

Wenn du hauptsächlich:

Würstchen

Hähnchen

Gemüse

Burger

oder gelegentlich Steak

machst,

würde ich das Geld wahrscheinlich erstmal woanders investieren.

Zum Beispiel in:

gutes Fleisch

ein ordentliches Thermometer

eine Gusspfanne

oder einfach mehr Grillabende.

Ist ein Oberhitzegrill unnötiges Spielzeug?

Ja.

Und nein.

Unnötig?

Definitiv.

Du kannst fantastisches Steak ohne ihn machen.

Spielzeug?

Auch ein bisschen.

Aber gutes Werkzeug darf Spaß machen.

Wir kaufen beim BBQ nicht ausschließlich Dinge, die zum Überleben notwendig sind.

Sonst hätten wir alle:

einen Topf.

eine Pfanne.

und Feierabend.

Und dann kommt wieder n + 1

Du hast:

Kugelgrill.

Gasgrill.

Kamado.

Plancha.

Smoker.

Und dann denkst du:

Eigentlich fehlt noch etwas für Steak.

Natürlich.

Ein Oberhitzegrill.

Und irgendwo in der Ferne weint bereits die freie Fläche deiner Terrasse.

Mein einfacher Steak-Ablauf mit Oberhitze

Wenn ich ein dickes Steak machen würde:

1. Steak salzen und Oberfläche trocknen.

2. Indirekt langsam vorgaren.

3. Bei einigen Grad unter gewünschter Endtemperatur herausnehmen.

4. Oberhitzegrill vollständig vorheizen.

5. Steak kurz und sehr heiß finishen.

6. Mehrfach wenden beziehungsweise Position prüfen.

7. Kerntemperatur kontrollieren.

8. Kurz ruhen lassen.

9. Essen.

Sehr unkompliziert.

Mein Fazit

Braucht man einen Oberhitzegrill?

Nein.

Kann er trotzdem sinnvoll sein?

Absolut.

Wenn du häufig Steak machst, ist er ein sehr gutes Werkzeug für:

extreme Hitze

schnelle Kruste

Reverse Sear

und kurzes Finish.

Aber eine gute Gusspfanne, Plancha oder konzentrierte Holzkohleglut kann ebenfalls hervorragende Ergebnisse liefern.

Ein Oberhitzegrill macht dein Steak nicht automatisch besser.

Er macht einen bestimmten Arbeitsschritt:

sehr schnell und sehr gut.

Und genau so würde ich ihn betrachten.

Nicht als Pflicht.

Sondern als Spezialwerkzeug für Leute, die ziemlich viel Spaß an Steak haben.

Brauchen?

Nein.

Haben wollen?

Tja.

n + 1.

Make it better, not different.

Be the coach!

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