Gusseisen beim BBQ: Dutch Oven & Co.

Gusseisen beim BBQ: Dutch Oven & Co.

Man kann fast alles auch auf dem Herd machen.

Das ist erstmal die Wahrheit.

Du brauchst keinen Dutch Oven, um einen Eintopf zu kochen. Du brauchst keine Gusspfanne, um ein Steak zu braten. Und du brauchst auch keine drei verschiedenen Gusstöpfe, nur weil irgendein Grillkanal dir erzählt, dass das jetzt zur Grundausstattung gehört.

Aber:

Gusseisen ist verdammt gutes Werkzeug.

Und manches davon möchte ich nicht mehr missen.

Vor allem eine gute Gusspfanne.

Die ist für mich nicht Deko, kein Lifestyleprodukt und kein Stück Grillromantik.

Die ist einfach brutal praktisch.

Warum Gusseisen überhaupt?

Gusseisen ist schwer.

Es braucht Zeit, um heiß zu werden.

Und genau das ist seine Stärke.

Wenn eine Gusseisenpfanne einmal Temperatur hat, hält sie diese ziemlich gut.

Legst du ein kaltes Stück Fleisch hinein, fällt die Temperatur nicht sofort komplett zusammen.

Das hilft bei kräftigen Röstaromen und einer vernünftigen Kruste.

Gerade bei Steak, Burgern oder Bratkartoffeln macht das Spaß.

Das Ding speichert Hitze.

Mehr Magie ist da eigentlich nicht.

Ist eine Gusspfanne wirklich besser?

Für manche Sachen?

Für mich ganz klar ja.

Wenn ich eine starke Kruste will, ist eine Gusspfanne schwer zu schlagen.

Steak.

Burger Patties.

Bratkartoffeln.

Pilze.

Zwiebeln.

Mais.

Oder einfach ein Stück Fleisch, bei dem ich ordentlich Röstaromen haben will.

Eine gute Gusspfanne wird heiß, bleibt heiß und verteilt die Energie ziemlich zuverlässig.

Und sie funktioniert überall.

Auf dem Herd.

Im Backofen.

Auf dem Grill.

Teilweise direkt auf der Glut.

Genau deshalb finde ich sie so gut.

Braucht man trotzdem einen Grill?

Nein.

Wenn du ein Steak in einer Gusspfanne auf deinem Herd richtig gut hinbekommst, ist es ein gutes Steak.

Punkt.

Das wird nicht schlechter, nur weil keine Holzkohle daneben gelegen hat.

Natürlich bringt ein Grill andere Möglichkeiten mit.

Rauch.

Direkte Flamme.

Indirektes Garen.

Mehr Platz.

Aber ich halte nichts davon, eine Methode künstlich abzuwerten, nur weil sie weniger spektakulär aussieht.

Wenn etwas einfach funktioniert, bin ich dabei.

Was ist ein Dutch Oven?

Ein Dutch Oven ist im Grunde ein massiver Gusseisentopf mit Deckel.

Oft besitzt der Deckel einen erhöhten Rand, damit du Kohlen oder Briketts darauf legen kannst.

Damit bekommst du Hitze von unten und oben.

Und plötzlich wird aus einem Topf ein kleiner Backofen.

Daher der Name.

Du kannst darin:

Schmoren.

Kochen.

Backen.

Braten.

Frittieren.

Und wahrscheinlich noch zehn andere Dinge machen, die sich irgendein Verrückter am Lagerfeuer ausgedacht hat.

Was macht den Dutch Oven so gut?

Für mich sind es drei Dinge.

1. Gleichmäßige Hitze

Einmal warm, hält das Gusseisen die Temperatur ziemlich stabil.

Das ist perfekt für lange Schmorgerichte.

2. Hitze von oben und unten

Mit Briketts auf dem Deckel kannst du sehr gleichmäßig arbeiten.

Aufläufe.

Brot.

Schichtfleisch.

Mac & Cheese.

Alles Sachen, bei denen Oberhitze praktisch ist.

3. Er verzeiht viel

Du musst nicht alle zwei Minuten am Regler drehen.

Temperatur einstellen.

Zeit geben.

Deckel drauf.

Laufen lassen.

Gerade bei Gerichten, die sowieso mehrere Stunden brauchen, finde ich das ziemlich entspannt.

Kann ich Dutch-Oven-Gerichte auch im normalen Topf machen?

Natürlich.

Schichtfleisch funktioniert im Bräter.

Gulasch funktioniert im Topf.

Chili funktioniert auf dem Herd.

Pulled Chicken funktioniert auch im Backofen.

Und wenn dir jemand erzählt, dass ein Gericht nur schmeckt, wenn es in einem schwarzen Gusseisentopf unter 27 Briketts gekocht wurde, darfst du skeptisch werden.

Der Dutch Oven verändert nicht die Gesetze der Physik.

Er ist einfach ein sehr gutes Werkzeug für bestimmte Aufgaben.

Und ein verdammt spaßiges dazu.

Was ist mit dem Geschmack?

Gusseisen selbst macht dein Essen nicht automatisch leckerer.

Eine Pfanne hat keine geheimen Aromen gespeichert.

Der Unterschied entsteht durch die Art, wie du darin kochst.

Hohe Hitze.

Gute Kruste.

Gleichmäßiges Schmoren.

Röstaromen.

Das sind die Dinge, die Geschmack bringen.

Nicht die Tatsache, dass der Topf acht Kilo wiegt.

Welche Größe braucht ein Dutch Oven?

Das hängt davon ab, für wie viele Leute du kochst.

Für kleinere Haushalte und Beilagen reicht ein kompakter Dutch Oven völlig aus.

Für größere Runden darf es mehr sein.

Aber auch hier:

Kauf nicht automatisch den größten Topf, den du finden kannst.

Ein riesiger Dutch Oven mit wenig Inhalt lässt sich schlechter betreiben als ein passend gefüllter Topf.

Lieber nach dem tatsächlichen Einsatz kaufen.

Nicht nach dem Gedanken:

„Vielleicht kommen irgendwann 24 Leute.“

Muss Gusseisen eingebrannt werden?

Bei klassischem rohem Gusseisen:

Ja, eine vernünftige Patina ist sinnvoll.

Viele Produkte kommen heute aber schon ab Werk eingebrannt.

Dann musst du nicht erst ein dreitägiges Ritual veranstalten.

Benutzen.

Reinigen.

Trocknen.

Dünn einölen.

Fertig.

Mit der Zeit wird die Oberfläche normalerweise immer besser.

Darf Spülmittel an Gusseisen?

Jetzt wird es gefährlich.

BBQ-Glaubenskrieg.

Früher war Spülmittel teilweise deutlich aggressiver als heute.

Ein bisschen modernes, mildes Spülmittel zerstört dir nicht automatisch eine vernünftige Patina.

Ich würde trotzdem nicht jedes Mal den Topf eine Stunde in Seifenwasser einlegen.

Warm ausspülen.

Bürste oder Schaber benutzen.

Gut trocknen.

Bei Bedarf leicht einölen.

Mehr braucht es meistens nicht.

Was Gusseisen wirklich nicht mag

Feuchtigkeit.

Vor allem dauerhaft.

Gusseisen kann rosten.

Deshalb:

Nach dem Reinigen richtig trocknen.

Nicht nass in den Schrank stellen.

Und nicht wochenlang mit einer Pfütze Wasser im Boden stehen lassen.

Klingt offensichtlich.

Passiert trotzdem.

Emaille oder rohes Gusseisen?

Beides hat seinen Platz.

Emaille ist pflegeleichter und reagiert weniger mit sauren Speisen.

Tomatensauce oder lange Schmorgerichte mit Wein sind darin völlig entspannt.

Rohes Gusseisen ist dafür extrem robust und funktioniert hervorragend bei hoher Hitze.

Wenn ich kräftig anbraten will, mag ich klassisches Gusseisen.

Für manche Schmorgerichte ist ein emaillierter Bräter wiederum richtig angenehm.

Es muss nicht immer nur eine Lösung geben.

Ist teures Gusseisen besser?

Nicht automatisch.

Es gibt wunderschöne hochwertige Gusspfannen und Dutch Oven.

Saubere Verarbeitung.

Glatte Oberflächen.

Gute Deckel.

Schöne Griffe.

Das kann alles seinen Preis wert sein.

Aber ein schwerer, ordentlich gegossener Topf für vernünftiges Geld kann Jahrzehnte funktionieren.

Gusseisen ist eines dieser Produkte, bei denen „einfach und massiv“ ziemlich weit kommt.

Da muss kein Logo drauf sein, das mehr kostet als der Inhalt.

Was würde ich wirklich kaufen?

Wenn du beim BBQ anfängst und Gusseisen ausprobieren willst:

Eine gute Gusspfanne.

Damit kannst du unglaublich viel machen.

Wenn du Spaß an Schmorgerichten, Chili, Schichtfleisch, Brot oder großen One-Pot-Gerichten hast:

Einen Dutch Oven dazu.

Und dann erstmal benutzen.

Nicht sofort fünf weitere Größen kaufen.

Du merkst ziemlich schnell, ob du das Ding regelmäßig brauchst.

Mein Fazit

Du brauchst Gusseisen nicht, um gutes Essen zu machen.

Fast alles geht auch auf dem Herd, im normalen Topf oder im Backofen.

Aber das bedeutet nicht, dass gutes Werkzeug überflüssig ist.

Ein Dutch Oven ist ein geiles Werkzeug.

Eine gute Gusspfanne ist für mich sogar fast unersetzlich.

Nicht weil sie besonders spektakulär ist.

Sondern weil sie Hitze hält, vielseitig ist und einfach funktioniert.

Und genau das ist für mich gutes Equipment.

Nicht möglichst teuer.

Nicht möglichst kompliziert.

Sondern etwas, das du immer wieder aus dem Schrank holst.

Make it better, not different.

Be the coach!

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