Welcher Grill passt zu mir?

Welcher Grill passt zu mir?

Die Auswahl an Grills ist inzwischen fast schon absurd.

Holzkohle.

Gas.

Kamado.

Pelletgrill.

Smoker.

Plancha.

Elektro.

Schwenkgrill.

Und natürlich gibt es zu jedem System mindestens zehn Leute, die dir erklären, warum genau ihr Grill der einzig richtige ist.

Ich sehe das entspannter.

Der beste Grill ist der, der zu dem passt, was du machen willst.

Nicht der teuerste.

Nicht der größte.

Nicht der mit dem meisten Zubehör.

Sondern der, den du wirklich benutzt.

Der klassische Holzkohlegrill

Wenn du Grillen mit Feuer, Glut und Rauch verbindest, landest du schnell bei Holzkohle.

Und das völlig zu Recht.

Ein einfacher Holzkohlegrill kann verdammt viel.

Direkt grillen.

Indirekt grillen.

Steak.

Würstchen.

Burger.

Hähnchen.

Gemüse.

Mit Deckel sogar größere Stücke und längere Garzeiten.

Der große Vorteil:

Du arbeitest direkt mit Glut und bekommst genau dieses klassische Grillgefühl.

Der Nachteil:

Temperaturkontrolle braucht etwas mehr Übung.

Und du bist nicht in fünf Minuten startklar.

Der Kugelgrill

Für mich ist der Kugelgrill einer der größten Allrounder überhaupt.

Du kannst die Kohle auf eine Seite legen und bekommst sofort zwei Zonen.

Eine heiße Seite.

Eine indirekte Seite.

Damit kannst du unglaublich viel machen.

Steak zuerst direkt.

Dann indirekt fertigziehen.

Hähnchen indirekt garen.

Rippchen langsam laufen lassen.

Mit etwas Übung sogar Low & Slow.

Und das alles mit einem Grill, der nicht automatisch ein Vermögen kostet.

Wenn jemand mich fragt, womit er ernsthaft ins Grillen einsteigen soll, ist ein vernünftiger Kugelgrill deshalb immer eine ziemlich gute Antwort.

Gasgrill

Gasgrills bekommen von manchen Holzkohlefans erstaunlich viel Hass.

Verstehe ich nicht.

Gas ist praktisch.

Extrem praktisch sogar.

Deckel auf.

Gas an.

Ein paar Minuten warten.

Los.

Wenn du unter der Woche schnell Burger, Gemüse oder Hähnchen machen willst, ist das einfach angenehm.

Dazu kommt:

Mehrere Brenner machen indirekte Zonen sehr einfach.

Temperatur lässt sich gut steuern.

Und wenn du fertig bist, musst du keine Asche entsorgen.

Schmeckt Gas schlechter?

Nicht automatisch.

Die Röstaromen entstehen vor allem durch Hitze und die Reaktionen an der Oberfläche des Lebensmittels.

Ein Steak kann auf einem Gasgrill hervorragend werden.

Was dir fehlt, ist zunächst der Rauch einer Holzkohle- oder Holzfeuerung.

Wenn du genau diesen Geschmack möchtest, kannst du aber auch mit Räucherboxen oder Holz arbeiten.

Ein Gasgrill ist also kein schlechter Grill.

Er ist einfach ein anderes Werkzeug.

Kamado

Ein Kamado ist im Grunde ein sehr schwerer keramischer Holzkohlegrill.

Und ja:

Die Dinger sind geil.

Sie speichern Hitze hervorragend.

Sie sind extrem effizient.

Du kannst damit bei niedrigen Temperaturen stundenlang arbeiten.

Und wenn du willst, kannst du sie gleichzeitig auf Temperaturen bringen, bei denen eine Pizza ziemlich glücklich wird.

Low & Slow.

Steak.

Pizza.

Brot.

Hähnchen.

Dutch Oven.

Ein Kamado kann sehr viel.

Braucht man einen Kamado?

Nein.

Natürlich nicht.

Du kannst Pulled Pork auch auf einem Kugelgrill machen.

Und ein Steak braucht keine Keramik, um gut zu werden.

Ein Kamado ist ein fantastisches Werkzeug.

Aber er ist kein Eintrittsticket für gutes BBQ.

Wenn du gerne damit arbeitest und die Temperaturstabilität schätzt, kann er seinen Preis wert sein.

Wenn du zweimal im Monat Würstchen grillst, wahrscheinlich weniger.

Offset Smoker

Hier wird es klassisch amerikanisch.

Feuerbox auf der Seite.

Garraum daneben.

Hitze und Rauch ziehen durch den Smoker.

Das ist BBQ in seiner rustikaleren Form.

Brisket.

Ribs.

Pulled Pork.

Beef Ribs.

Große Stücke.

Der Vorteil:

Du kannst Rauch und Feuer sehr bewusst steuern.

Der Nachteil:

Du musst dich auch darum kümmern.

Ein Offset Smoker läuft nicht automatisch stundenlang perfekt weiter, nur weil du ihn einmal nett angeschaut hast.

Holz nachlegen.

Temperatur prüfen.

Feuer kontrollieren.

Das gehört dazu.

Und genau das macht für viele den Reiz aus.

Pelletgrill

Ein Pelletgrill nimmt dir davon deutlich mehr Arbeit ab.

Pellets rein.

Temperatur einstellen.

Der Grill kümmert sich ziemlich weitgehend um den Rest.

Für Low & Slow ist das extrem bequem.

Du bekommst echten Holzrauch und eine relativ stabile Temperatur.

Puristen mögen darüber diskutieren, ob das noch echtes BBQ ist.

Mir ist das ziemlich egal.

Wenn dein Brisket geil ist, war die Methode offenbar nicht völlig falsch.

Elektrogrill

Auch ein Elektrogrill ist ein Grill.

Ja, wirklich.

Gerade auf Balkonen oder dort, wo Gas und Kohle nicht erlaubt oder nicht sinnvoll sind, kann Elektro genau die richtige Lösung sein.

Stecker rein.

Temperatur hoch.

Grillen.

Natürlich bekommst du nicht automatisch das gleiche Feuergefühl wie bei Kohle.

Aber gutes Essen ist gutes Essen.

Ein Elektrogrill, der heiß genug wird und ordentlich funktioniert, ist tausendmal besser als gar nicht grillen.

Plancha und Feuerplatte

Eine Plancha ist eine massive heiße Fläche.

Und die macht richtig Spaß.

Burger.

Gemüse.

Zwiebeln.

Garnelen.

Fisch.

Frühstück.

Spiegeleier.

Eigentlich fast alles, was gerne Kontakt zur heißen Oberfläche hat.

Der große Vorteil:

Nichts fällt durchs Rost.

Du kannst Fett und Flüssigkeiten kontrollieren.

Und du bekommst richtig starke Röstaromen.

Für Burger finde ich eine Plancha fast unschlagbar.

Schwenkgrill

Feuer unten.

Rost oben.

Fertig.

Ein Schwenkgrill ist herrlich simpel.

Du regelst die Hitze über Abstand und Feuer.

Nicht über Display und App.

Das ist rustikal.

Gesellig.

Und für Würstchen, Fleisch und größere Runden einfach geil.

Nicht hochpräzise.

Aber das muss auch nicht immer sein.

Mangal und Spießgrill

Wer gerne Spieße macht, kommt an dieser Bauform kaum vorbei.

Direkte Hitze.

Kurzer Abstand zur Glut.

Viel Kontrolle.

Perfekt für kleine Fleischstücke, Gemüse oder klassische Spieße.

Ein spezialisiertes Werkzeug.

Aber für genau diese Aufgabe verdammt gut.

Konro oder Hibachi

Klein.

Direkt.

Sehr heiß.

Diese Grills eignen sich hervorragend für kleine Fleischstücke, Fisch, Gemüse oder Spieße.

Du brauchst dafür keine riesige Grillfläche.

Dafür bekommst du konzentrierte Hitze und viel Kontrolle auf kleinem Raum.

Nicht für 20 Leute.

Aber für bestimmte Gerichte richtig stark.

Oberhitzegrill

Hier geht es um brutale Hitze von oben.

Vor allem Steak profitiert davon.

Die Oberfläche bekommt sehr schnell Farbe und Kruste, ohne dass das Innere sofort komplett durchgart.

Braucht man sowas?

Nein.

Macht es Spaß?

Definitiv.

Welcher Grill ist der beste Allrounder?

Wenn ich nur einen günstigen und vielseitigen Grill empfehlen müsste:

Ein Kugelgrill.

Damit kannst du direkte Hitze, indirekte Hitze und sogar Low & Slow lernen.

Wenn Bequemlichkeit wichtiger ist:

Gasgrill.

Wenn du gerne experimentierst, viel Low & Slow machst und Temperaturstabilität liebst:

Kamado.

Wenn du Feuerführung und klassisches BBQ feiern willst:

Offset Smoker.

Wenn du möglichst wenig Arbeit mit Temperaturkontrolle möchtest:

Pelletgrill.

Es gibt nicht die eine richtige Antwort.

Was passt zu welchem Grill?

Steak

Holzkohle, Gas, Kamado, Plancha oder Oberhitze.

Eigentlich ziemlich vieles.

Burger

Plancha oder Gasgrill sind verdammt praktisch.

Holzkohle funktioniert natürlich ebenfalls.

Pulled Pork

Kamado, Kugelgrill, Smoker oder Pelletgrill.

Brisket

Smoker, Kamado, Pelletgrill oder entsprechend eingerichteter Kugelgrill.

Gemüse

Eigentlich jeder Grill.

Plancha ist besonders angenehm.

Pizza

Kamado oder entsprechend heißer Grill mit Pizzastein.

Schnelles Feierabendgrillen

Gas oder Elektro.

Und ja:

Das ist völlig legitim.

Welcher Grill für den Dutch Oven?

Jetzt wird es interessant.

Denn ein Dutch Oven braucht eigentlich überhaupt keinen Grill.

Du kannst ihn:

auf Briketts stellen.

in den Grill stellen.

auf einem Gasgrill benutzen.

in den Backofen stellen.

oder bei einem passenden Modell sogar auf dem Herd verwenden.

Der Topf interessiert sich ziemlich wenig dafür, wo die Hitze herkommt.

Dutch Oven auf Kohle

Das ist die klassische Variante.

Briketts unten.

Briketts auf den Deckel.

Damit bekommst du Hitze von beiden Seiten.

Das ist besonders stark für:

Schichtfleisch.

Brot.

Aufläufe.

Mac & Cheese.

Schmorgerichte.

Du kannst die Hitze außerdem ziemlich gut über die Anzahl und Verteilung der Briketts beeinflussen.

Und ja:

Es macht einfach Spaß.

Welche Kohle für den Dutch Oven?

Für den Dutch Oven würde ich normalerweise Briketts gegenüber loser Holzkohle bevorzugen.

Warum?

Sie sind gleichmäßiger.

Sie brennen relativ konstant.

Und du kannst sie einfacher zählen und verteilen.

Wenn du ein Rezept mit:

acht Briketts unten

und zwölf oben

liest, bringt dir das natürlich nur etwas, wenn die einzelnen Stücke halbwegs vergleichbar sind.

Mit wild gemischter Stückkohle wird das schwieriger.

Holzkohle oder Briketts?

Für direktes Grillen mag ich gute Stückkohle sehr gerne.

Sie wird schnell heiß und kann richtig Leistung bringen.

Für längere, kontrollierte Garzeiten haben Briketts ihre Vorteile.

Sie brennen meist gleichmäßiger und länger.

Also wieder:

Nicht besser oder schlechter.

Andere Aufgabe.

Dutch Oven auf dem Gasgrill

Funktioniert.

Und zwar ziemlich gut.

Du stellst den Dutch Oven in den Grill und regelst die Temperatur über die Brenner.

Deckel des Grills zu.

Im Prinzip verhält sich dein Gasgrill dann wie ein Backofen.

Bei Schmorgerichten ist das überhaupt kein Problem.

Der Unterschied zur Brikettmethode:

Du hast keine direkte Oberhitze durch Kohlen auf dem Dutch-Oven-Deckel.

Aber der geschlossene Grill liefert trotzdem Wärme von allen Seiten.

Für viele Gerichte reicht das völlig.

Schmeckt Dutch Oven mit Kohle besser?

Nicht automatisch.

Wenn dein Dutch Oven geschlossen ist, kommt ohnehin relativ wenig Rauch direkt ans Essen.

Der große Unterschied liegt eher in der Art der Hitze und im Erlebnis.

Ein Dutch Oven auf Briketts am Feuer fühlt sich anders an.

Keine Frage.

Aber ein Gulasch wird nicht automatisch schlecht, weil der Topf auf einem Gasgrill stand.

Wenn das Ergebnis stimmt:

Alles gut.

Welche Kohle fürs normale Grillen?

Auch daraus kann man problemlos einen kompletten eigenen Artikel machen.

Ganz grob:

Stückholzkohle

Schnell heiß.

Hohe Temperaturen.

Stark für direktes Grillen und Steak.

Briketts

Gleichmäßiger.

Längere Brenndauer.

Gut für indirektes Grillen und längere Jobs.

Restaurant-Holzkohle

Große Stücke.

Hohe Hitze.

Lange Laufzeit.

Interessant für größere Grills und Kamados.

Aber Qualität spielt eine riesige Rolle.

Billige Kohle, die hauptsächlich aus Staub und winzigen Bröseln besteht, macht einfach keinen Spaß.

Und welches Holz zum Smoken?

Und schon sind wir beim nächsten Thema.

Hickory.

Apfel.

Kirsche.

Buche.

Eiche.

Mesquite.

Jedes Holz bringt einen anderen Charakter.

Und auch hier gilt:

Rauch ist ein Gewürz.

Mehr ist nicht automatisch besser.

Aber dazu machen wir lieber einen eigenen Beitrag.

Wie viele Grills braucht man eigentlich?

Die mathematisch korrekte Antwort lautet natürlich:

n + 1

Dabei ist n die Anzahl der Grills, die du bereits besitzt.

Kugelgrill vorhanden?

Dann fehlt offenbar noch ein Gasgrill.

Gasgrill da?

Dann wäre ein Kamado schon praktisch.

Kamado gekauft?

Tja.

Ein Smoker ist schließlich etwas völlig anderes.

Und plötzlich steht der Garten voll.

Braucht man das alles?

Nein.

Macht es trotzdem Spaß?

Leider ja.

Mein Fazit

Es gibt nicht den besten Grill.

Es gibt nur den Grill, der zu deinem Einsatz passt.

Ein Kugelgrill kann unglaublich viel.

Ein Gasgrill ist verdammt praktisch.

Ein Kamado ist ein hervorragendes Werkzeug.

Ein Smoker macht Spaß, wenn du Feuer wirklich kontrollieren willst.

Und ein Dutch Oven funktioniert genauso auf Briketts wie auf einem Gasgrill oder im Backofen.

Du musst nicht alles besitzen.

Auch wenn die Formel n + 1 etwas anderes behauptet.

Du musst nur verstehen, was dein Werkzeug kann.

Dann kannst du ziemlich viel damit anfangen.

Make it better, not different.

Be the coach!

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